Es fing damit an, dass wir uns vorstellen konnten irgendwann einmal selbst einen Hund zu haben. Wir waren als Kinder beide mit Hunden groß geworden und konnten uns beide kaum zurückhalten, wenn uns irgendetwas Lebendiges mit Fell begegnete. Ganz klar, dass wir also wenn wir es irgendwie einrichten könnten und sichergestellt wäre, dass ein Hund nicht unnötig lange allein blieben würde, einen Vierbeiner unser eigen nennen würden. Vierbeiner wurden es dann auch, aber sehr kurzbeinige. Aus mir bis heute völlig rätselhaften Gründen „landeten“ eines Tages zwei Meerschweinchen im Haushalt Plote.
Vor unserem Umzug in die Schweiz, waren wir eigentlich nur einen Abend zum Abschiedsessen bei einem Kollegen eingeladen und sahen uns eine beeindruckende Mineraliensammlung im Nebenzimmer an, als es plötzlich aus einer Holzkiste in einer dunklen Ecke quietschte. Am nächsten Abend quietschte es aus derselben Holzkiste bei uns im Wohnzimmer. An das was dazwischen passiert ist, habe ich keine Erinnerung. Herr und Frau Schwein wanderten in der Folgewoche in die Schweiz aus und fast 3 Jahre später wieder nach Deutschland ein.
Auf „Heimaturlaub“ bei meinen Eltern, der eigentlich zur Organisation meines anstehenden Arbeitsgeberwechsels zurück nach Deutschland geplant war, spielte sich 2011 in etwas Folgendes ab. „Nachbarn von Mülders haben ungewollt Welpen bekommen und suchen dafür jetzt Abnehmer. Irgendeine Mischung mit belgischem Schäferhund oder so. Die sollen sehr niedlich sein.“ Die Nachricht meiner Mutter verwunderte mich etwas. Meine Mutter hatte nichts gegen Hunde, empfand aber unsere Hunde unter dem Strich eher als Belastung denn als Bereicherung. Deswegen war klar, dass kein neuer Hund in mein Elternhaus einziehen würde, nachdem Jaco, meine große Liebe, vor 1 Jahr als Altersschwäche gestorben war. Auch war sie nicht der Meinung, dass Sabrina und ich zwangsläufig einen Hund zu unserem Glück brauchten. Aber Mütter sind manchmal einfach sonder- und wunderbar und so kam also dieser Hinweis aus heiterem Himmel. Sabrina und ich waren noch gar nicht darauf ausgelegt uns einen Hund zu holen, aber Welpen anschauen geht ja immer. Wir stiegen ins Auto und als ich die Tür zuschlug war mir klar, dass wir 2h später die Halter eines Malinois-Mixes sein würden.
Es war ziemlich schnell klar, dass die kleine Wuselmaus uns als ihre neue Familie auserkoren hatte. Kaum hatte sie uns gesehen oder vielleicht besser gerochen, drängte sie alle anderen Welpen so erfolgreich weg, dass nur sie unsere Aufmerksamkeit abbekam. Ich muss gestehen, ich hatte mich in einen anderen Welpen verguckt und stand nicht so auf Weibchen, außerdem sollte mein erster eigener Hund so etwas Zotteliges werden, dass den Namen Einstein verdient hätte. Die schlanke kurzhaarige Schönheit sah so gar nicht nach etwas wie Einstein aus, aber... nach einem Blitzeinkauf hatten wir alles um die neue Chefin des Hauses sicher in ihr neues Heim bringen zu können. Der Name war schnell von Einstein in Curie korrigiert und seit damals fällt die Namesgebung unseres gesamten Zoos in mein Aufgabenressort.
Zu Curie kam Oskar (eigentlich Einstein, aber der Name der Vorbesitzer setzte sich langfristig doch durch). Oskar erlag viel zu früh einem Krebsleiden und ihm folgte Newton und Namen berühmter Wissenschaftler wurde die Gattung Hund festgelegt.
Als nächstes zog ein Findelkaninchen namens Attila ein, dass ich eines Herbstmorgens klitschnass aus der Strassenrinne zog und 150 km per Zug nach Hause transportierte. Kaninchen sollten nicht alleine gehalten werden und Bloody Mary (of the Scots) wurde aus dem Tierheim geholt. Attila ging, Heinrich I., Jeanne d’Arc und Zoe (neben ein paar „Kurzzeitkaninchen“) kamen. Seitdem haben Kaninchen ruhmreiche Namen von Königen, Kaisern und bedeutenden historischen Persönlichkeiten.
In metusalemianischen Alter verstarben Herr und Frau Schwein und Orpheus und Medusa sicherten fortan den Fortbestand an Meerschweinchen. Orpheus kam aus sehr schlechter Haltung zu uns und wurde leider nicht alt, so dass wir Achilles mit Medusa (und den Kaninchen) vergesellschaften. Meerschweinchen decken also mittlerweile die griechische Mythologie ab.
Ich glaube an diesem Punkt begannen wir von „unserem kleinen Zoo“ zu sprechen, der auf wundersame Weise wiederum plötzlich und unerwartet Zuwachs von zwei Handaufzuchten namens Shir Khan und Baghira bekamen. Die Namen lassen vermuten, dass Walt Disney ab sofort für Katzen Pate steht. Zur Vollständigkeit müssen wir an dieser Stelle aber erwähnen, dass es sich bei beiden um Damen handelt. Aber wie das oft ist mit so kleinen Fellknäulen: man ist sich oft erst sicher, ob es nun Männlein oder Weiblein ist, wenn der „Arbeitstitel“ schon in Fleisch und Blut übergegangen ist.
Als vorerst letzte Tiergattung flatterten uns dieses Jahr auch ein paar Vögel in den Garten, genauer gesagt die Gattung „Coturnix“, auf Deutsch die Wachtel. Seit ein paar Monaten faszinieren Gretel, Schneeweißchen, Schneewittchen, Stiefschwester 1, Stiefschwester 2, die Hexe, das tapfere Schneiderlein und Rübezahl sowohl die Katzen und die Hunde als auch den Fuchs, der immer mal wieder hungrig vor dem Zaun steht.
Aus diesem Pool an Tieren und den spannendsten Kombinationen untereinander handeln die hier angeführten Berichte.
Zoem